Hunde sind viel hitzeempfindlicher als wir Menschen. Das kommt daher, dass sie eine andere Regulation ihrer Körpertemperatur haben. Während wir unseren Körper recht effektiv durch starkes Schwitzen vor Überhitzung schützen können, haben Hunde nur ein paar wenige Schweißdrüsen an den Pfotenballen und müssen ansonsten über die Atmung für Kühlung sorgen. Dies ist jedoch bei hohen Temperaturen nicht effektiv genug und außerdem belastet die schnelle Atmung den Kreislauf. Somit sind Hunde im Regelfall deutlich hitzeanfälliger und damit auch Hitzschlag-gefährdeter als wir Menschen!!!
Was also tun, wenn draußen die Hitzewelle tobt und selbst kurze unausweichliche Toilettengangs-Draußenzeiten zur Belastung werden oder sich drinnen die Wohnung aufheizt?

Durch einen Newsletter von Ines Scheuer-Dinger wurden wir auf eine spannende Studie aufmerksam: Eine Forschergruppe des Penn Vet Working Dog Center hat im Jahr 2024 ihre Erkenntnisse zur Kühlung von Hunden nach körperlicher Belastung veröffentlicht. Demnach verhindert das trainierte freiwillige (!) Eintauchen des Kopfes in etwa 22° C warmes Wasser einen weiteren Anstieg der Körpertemperatur nach der Belastung und senkt die Kernkörpertemperatur innerhalb der ersten 5 Minuten rasch. Bei akuten Hitzeschäden, in denen die Devise heißt „Erst kühlen, dann (zum Tierarzt) transportieren!“, ist dieser Ansatz laut Studie besonders dann relevant, wenn das übliche Eintauchen des gesamten Körpers in Wasser nicht möglich ist.

Welche Mechanismen hier vermutlich wirken:
- Nase, Lefzen und Gesicht sind sehr gut durchblutet. Dadurch kann Wärme besonders effizient abgegeben werden.
- Die Schleimhäute im Nasen- und Maulbereich spielen ohnehin eine zentrale Rolle bei der Temperaturregulation. Durch das Wasser wird dieser Bereich zusätzlich gekühlt.
- Das Wasser könnte die Verdunstungskühlung über das Hecheln verbessern.
- Möglicherweise beeinflusst die Kühlung des Gesichts auch Temperaturrezeptoren, die an der Regulation der Körpertemperatur beteiligt sind.
Die Forschergruppe vermutet: Alternativ zum freiwilligen Eintauchen des Kopfes kann es von Vorteil sein, dem Hund kontrollierte Mengen an kaltem Wasser zu geben und Wasser über seinen Kopf zu gießen; dies muss jedoch noch weiter untersucht werden.

Was wir daraus mitnehmen können: Es scheint äußerst sinnvoll zu sein, den Hunden spielerisch beizubringen, freiwillig den Kopf in einen Wasserbehälter zu tauchen bzw. überhaupt ihre Bereitschaft zu erhöhen, Wasserkontakt im Gesichts- und Schnauzenbereich zu haben! Einfache wohnungstaugliche Wasserspiele selbst in kleinen Behältern sind somit nicht nur eine erfrischende und jahreszeitlich passende Beschäftigung, sondern können tatsächlich zur Gesunderhaltung bei Extremwetterlagen beitragen – und zwar nicht nur im Notfall, sondern auch im ganz normalen Alltag! Ein paar Ideen dazu gibt’s in unserer Rubrik „Einfach schnüffeln“ unseres SPASS-MIT-HUND-Spielefiebers
In unserem SPASS-MIT-HUND SummerSplash gibt’s ab dem 20. Juli 2026 eine Sommerferienlänge lang jede Woche eine erfrischende Online-Challenge. Auch für Hunde, die eigentlich kein Wasser mögen. Spielbar auch in der Wohnung, ganz ohne Hundepool!


