Vom 14.-19. November 2025 war es wieder soweit: Der 7. kostenlose Online-Hundekongress* ging an den Start!
Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn Organisatorin Ariane Ullrich über 30 Hunde-Fachleute (die üblicherweise für einen respektvollen, freundlichen Umgang mit dem Hund stehen) zusammen trommelt und sie zu ihren jeweiligen Spezialthemen interviewt. Auch wir waren dabei, mit dem Mitmach-Live-Workshop „Hundespiele-Upcycling: nachhaltig und kreativ“.

Und: Wie immer haben wir den Kongress im Blog begleitet und tragen an den Kongresstagen und danach hier auf dieser Seite „Wissensschnipsel“ aus den von uns geschauten Interviews und Webinaren zusammen – sie wächst also gerade noch (siehe unten).
Hundekongress und Kongress-Videos schauen - wie geht das?

Und hier kommt der Überblick über die Kongresstage 2025. Wann immer wir ein Video schauen, tragen wir Wissenswertes daraus zusammen. Wir empfehlen natürlich ausschließlich Interviews, deren Referent:innen sich explizit für einen freundlichen und respektvollen Umgang mit Hund wie Mensch stark machen! Und weil man so viel auf einmal gar nicht gucken kann: Auch an den Tagen nach dem Kongress kommt für alle Kongresstage noch Interessantes dazu!
Kongresstag 1:

Es beginnt mit einem Auftrag…
Im Get-Together zum Kongress-Auftakt äußerste Kongress-Organisatorin Ariane Ullrich einen Wunsch: einen Reigen von Fotos von Menschen und Hunden und Schlüppern – passend zu unserer kommenden Advents-Schlüppermania. Wir haben vorgelegt – und fühlen uns als Trendsetter für den kommenden Mode-Winter. Mütze und Schal war gestern, hier kommt der Schlüpper-Style! Falls auch ihr Lust habt, die Verücktheit zu feiern oder einfach ein ungewöhnliches DANKESCHÖN an die beste aller Hundekongress-Koordinatorinnen Ariane zu sagen: Auf den Social-Media-Kanälen des Hundekongresses und unter dem passenden Beitrag auf der SPASS-MIT-HUND-Facebookseite seid ihr eingeladen, eure Fotos MIT (nicht IM) Schlüpper zu posten. Und, ganz wichtig, falls auch die Vierbeiner Schlüpper-Berührung haben: Wir wollen nur lachende Hundegesichter! Beachtet bitte unbedingt unsere Hinweise zum Verkleiden von Hunden (das, wenn es gut gemacht ist, richtig nützlich und weit mehr als nur Quatsch ist).

Und los geht’s mit den Interviews!
Dr. Sandra Foltin: Traumata beim Hund

Geradezu nahtlos an unser Schlüpper-Fotoshooting fügt sich das Interview mit Dr. Sandra Foltin über Traumata beim Hund an. Was??? Ja genau, denn wenn wir als Hund Mensch-Teams es uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gut gehen lassen, nach Glücks- und Erfolgsmomenten suchen, das Miteinander genießen UND dazu den Vierbeiner stark machen für das Unerwartetete (u.a. indem wir ihm auf spielerische Weise immer mal wieder mit Neuem, manchmal auch Komischen konfrontieren und ihn Mal um Mal die Erfahrung machen lassen, dass das Freude macht und dass er das schafft), dann ist das wie eine Impfung gegen die Herausforderungen des Alltags und auch gegen Traumafolgestörungen.
Denn: Von Traumata sind beileibe nicht nur Hunde „mit schlimmer Vergangenheit“ betroffen. Ein Trauma passiert immer dann, wenn ein Ereignis passiert, dass das Individuum mit den eigenen Strategien überfordert. Wenn ein Gefühl der Ohnmacht entsteht, das Gefühl „Es ist für mich schlimm und ich kann nichts tun“. Daraus wird schnell deutlich: Das passiert nicht nur durch aversives Training und andere Übergriffe und Misshandlungen, sondern kann beim Tierarzt oder Hundefrisör genauso passieren wie während Silvester oder Gewitter, durch sich eingesperrt Fühlen und so weiter. Sprich: Traumata passieren schnell.
Das Entscheidende jedoch ist, wie sie verarbeitet werden, damit keine Traumafolgestörung daraus wird. Das Zauberwort heißt hier „Resilienzförderung“, d.h. die Hunde stark und fit machen für die Überraschungen des Alltags. Und genau das geht durch: Glücksmomente suchen, Stärken finden, Kompetenzen fördern, Wohlfühlen mit Familie und Freunden und auch ausreichend Schlaf! Also, machen wir weiter Quatsch (und sorgen dabei immer dafür, im „grünen Bereich“ der Hunde zu bleiben) und genießen wir das Miteinander, das macht unseres Wuffis stark fürs Leben!
P.S.: Wer hier noch kompetenter werden will: Unsere Zusatzqualifikation „Traumakompetenz Hund“ mit Dr. Sandra Foltin, Maria Hense und Christina Sondermann (die Sandra im Interview bescheiden gar nichts gesagt hat) macht hier richtig fit.
Kinga Rybinska: Grüner Hund – mit Hunden nachhaltig leben

Kinga Rybinska ist Journalistin und hat sich mit nachhaltigem Leben befasst – zuerst in Bezug auf den Menschen und dann auch bezogen auf den Hund. Und analog zu uns Menschen gilt auch bei unseren Vierbeinern: Der ökologische Fußabdruck, den der Hund hinterlässt, ist selbstverständlich ein großer. Und die Schrauben, an denen wir drehen können, sind ähnlich wie beim Menschen und haben viel mit Konsumentscheidungen zu tun. Das Interview mit ihr liefert den einen oder anderen Denkanstoß, teilweise (z.B. in Bezug auf die von ihr benannte Fachfrau für Futtermittel oder das Statement pro Tierheilpraktier statt Tierarzt) sind wir jedoch anderer Meinung. Was wir mitgenommen haben:
- Fütterung: Eine Studie aus Brasilien zeigt, dass die Produktion und Verpackung von Trockenfutter weniger Energie verbraucht als die von Feuchtfutter. Plastikverpackungen sind in Bezug auf den ökologischen Fußabdruck besser als Dosen. In Bezug auf die Fleischsorten ist Rindfleisch klimaschädlicher als Geflügel. Grundsätzlich sind in Bezug auf die Fütterung die Aspekte Herkunft (z.B. in Bezug auf Tierleid und Transportwege) und Verpackung zu bedenken.
- Spielzeug: Kinga Rybinska rät ab von Spielzeug made in China. Vor allem, weil Hunde nicht wie Babys als besonders schutzwürdig gelten, warnt sie vor nicht kontrollierbaren Schadstoffen. Besser ist: „Made in Germany“, am besten aus regionaler Produktion – und noch besser natürlich das Selbermachen und Upcyclen aus Alltagsdingen (dafür gibt’s ja auch SPASS-MIT-HUND, wir laden herzlich ein in unser Spielefieber) 😊
- Kotbeutel: Kotbeutel gehören in den Restmüll, nicht in den Biomüll – auch, wenn sie aus zersetzbarem „Bio-Plastik“ sind. Denn die Kompostieranlagen können nicht zwischen den Plastikarten unterscheiden und müssen alles aussortieren. Und selbst wenn sie das könnten: Die Zersetzung des Bioplastiks braucht mehr Zeit als die Kompostierdauer in der Anlage.
- Und sofort recherchiert haben wir nach der im Interview erwähnten ersten Ökobilanz, die für den kompletten Lebensweg eines Hundes von Wissenschaftlicher der TU Berlin erstellt worden ist – vom Tierfutter bis zu den Exkrementen. Deren Fazit ist ganz klar: Die Größe des ökologischen Fußabdrucks wird definitiv über die Größe des Hundes entschieden.
Kongresstag 2:

Vor lauter Schlüppermania und Workshop-Vorbereiten werden wir für die Tage 1 und 2 noch ordentlich nachliefern müssen. Aber es geht weiter:
Patricia Scholz: Hundepfoten richtig pflegen

Was für ein cooles Interview! Über eine Stunde die Hundepfoten im Fokus! Patricia Scholz ist Hundephysiotherapeutin und Hundeosteopathin und hat sich auf Pfoten und Krallen spezialisiert. Allen voran: Wer hätte gedacht, dass Hundepfoten entweder nach Popcorn oder Salami riechen, je nach natürlichem Bakterienbesatz? Was wir jetzt außerdem wissen: Die perfekt gepflegte Pfote
- ist frei von Fell, das über die Ballen wächst und den „Grip“ der Hunde auf dem Boden behindert (abgeschnitten alle 2-4 Wochen mit einer abgerundeten Baby-Nagelschere oder mit kleinen Schermaschine wird alles, was über die Ballenzwischenräume hinaus wächst),
- hat nicht zu lange Krallen (die Lauffläche der Ballen wird mit einer imaginären Linie nach vorne verlängert, darüber sollten die Krallen nicht hinauswachsen, jeder Zeh wird für sich betrachtet; ideal zum Kürzen sind Krallenfräsen aus dem menschlichen Maniküre-Bedarf),
- hat geschmeidige und nicht spröde Ballen (bei Rissen in den Ballen soll mit Fettcreme, z.B. Kokofett, Melkfett oder Lippenpflegestift gecremt werden, auch die Gabe von Omega-3-haltigem Fett hilft bei spröden Ballen).
- Außerdem kann der Hund gut auf seinen Pfoten stehen: Die vier Pfoten sollen genau unterhalb des Körpers stehen. Übungen und Spiele, die das Pfotenbewusstsein fördern, sind ideal (z.B. Pfotegeben, Sitz – Steh- und Sitz-Platz-Transfer, Cavaletti, Taststraßen mit unterschiedlichen Untergründen).
Das geniale ist: Patricia Scholz hat auf ihrer Webseite eine lange Anleitung zur Pfotenpflege bereit gestellt!
Kongresstag 3:

Bergfest im Hundekongress. Los geht’s mit…
Dagmar Spillner: Mein Hund kommt aus dem Tierschutz

Das Interview im Hundekongress mit Dagmar Spillner zum Thema „Mein Hund kommt aus dem Tierschutz?!“ ist für uns Anlass, auf unsere nächsten VHS-Online-Kurs „Erst der Kurs, dann der Hund“ hinzuweisen. Denn ob „Tierschutzhund“ oder nicht: Wenn ein neuer / nächster / weiterer Hund einzieht, sind (Überraschung 😉) die Vorab-Überlegungen entscheidend. Dabei geht es ganz viel um einen Abgleich von Erwartungen: Welche Erwartungen habe ich an das künftige Familienmitglied – wie realistisch ist es, dass sich diese bei meiner Hunde-Auswahl auch erfüllen lässt – und was erwartet mich gerade in den ersten Tagen / Wochen / Monaten des Ankommens, in denen alles anders ist (denn egal, ob „Tierschutzhund“ oder Welpe vom guten Züchter: für all diese Hunde endet das bekannte Leben, sie haben alles verloren, was sie bislang hatten und müssen komplett neu starten). Es ist genial, dass ganz viele Hundeschulen im Vorfeld der Hunde-Anschaffung mit Rat und Tat und vergleichsweise objektivem Blick zur Seite stehen, oft sogar kostenlos. Ihr könntet dabei zum Beispiel im Hundeschulfinder der IBH-Hundeschule suchen (https://ibh-hundeschulen.org/hundeschulen/) und geratet dabei ziemlich sicher an eine gute Adresse.
Kongresstag 4:

Also, man sollte besser Urlaub nehmen, wenn Kongress ist. Wir werden eine Menge nacharbeiten müssen und hatten an Tag 4 ordentlich zu tun, denn: Am Ende des Tag 4 stand unser Workshop!
Live-Workshop: Hundespiele-Upcycling – nachhaltig und kreativ

Dankeschön an die 10 teilnehmenden und mega kreativen Hund-Mensch-Teams und den aktiven Chat – ihr wart super! Was wir gemacht haben: Wir haben uns die sogenannte „Konsumpyramide“ hochgespielt, die ein Werkzeug und Handlungsleitfaden für nachhaltigen Konsum ist und Alternativen zum Neukauf aufzeigt. Die abgebildete Konsumpyramide stammt von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ , die eine Menge spannender Infos und Materialien zum Thema bereit stellt. Und wir erkennen es direkt: Die Parallen von „Kinderspielzeug“ zu „Hundespielzeug“ sind gegeben :-)

Und so haben – frei nach dem Motto „Nutze, was du hast“ – als Erstes ausprobiert, wie wir mit kleinen Variationen alte / bekannte / langweilig gewordene Spiele „gepimpt“ und zu neuem Leben erwecken können und haben jede Mege Ideen gesammelt! Nur ein Beispiel: die Hütchen eines längst bekannten Hütchenspiels mit weiteren Hütchen abzudecken und damit den Hund zu überraschen. Noch mehr Ideen könnt ihr auf der Hundekongress-Webseite sehen, dort könnt ihr auch eure eigenen Fotos noch einschicken!

Ganz nebenbei hat Ariane einen neuen Feiertag ins Leben gerufen: Ab sofort ist der 18. November universumsweiter „Pimp-dein-Spielzeug-Tag“, yeah! Wir werden uns den Termin in den Kalender eintragen und ihn Jahr für Jahr gebührend begehen.

Und dann haben wir noch eine alte Jeans zum neuen Leben erweckt – im wahrsten Sinne des Wortes. Und uns gefreut, wie cool die Hunde mit einem Phantom ohne Oberkörper im abgedunkelten Wohnzimmer zu Spukmusik umgehen konnten! Wer es nachspielen möchte, findet die Anleitung hier.

Und überhaupt nachspielen: Wenn ihr euch den Workshop im Kongresspaket nochmal anschaut, dann spielt ihn doch direkt nach. Euer Zubehör dafür
- genügend kleine attraktive Leckerchen
- 1 alte Hose (bleibt heile und wird nicht zerschnitten oder sonstwie verbastelt)
- genügend Altpapier, um das Kleidungsstück ausstopfen zu können (alternativ: alte Tücher oder Decken)
- möglichst 1 Lichterkette bzw. mehrere LED-Lichter (alternativ: andere kleine Lampe oder dimmbare Raumbeleuchtung)
- und rein freiwillig: 1 ausrangierter, natürlich blitzsauberer Schlüpper
Gerd Schreiber: Was darf mein Hund

„Sitz, Platz, Fuß schaffen keine Umweltsicherheit!“ Definitiv eines unserer Lieblingszitate des Hundekongresses stammt aus dem Interview mit Gerd Schreiber. Denn: Wir Zweibeiner denken oft sofort an „Grundkommandos“, wenn es darum geht, was Hunde als Erstes brauchen, um in unserer Welt klarzukommen. Coolness und Gelassenheit im Alltag sind aber viel wichtiger! Und das beste Rezept dafür ist es, dem Hund jede Menge Gelegenheit zu geben, die Welt in seinem Tempo zu entdecken: sich draußen am Laternenpfahl festzuschnüffeln, staunend einem auf dem Feld fahrenden Traktor zuzuschauen oder die eine oder andere Kuriosität am Wegesrand ausgiebig zu erkunden.
Auch ansonsten ist die Message des Interviews ganz in unserem Sinne: entspannt miteinander sein, fürsorglich, rücksichtsvoll und freundlich gegenüber unseren Hunden sein, ihre Anpassungsleistung an unsere Menschenwelt wertschätzen – und vor allem aufhören, ihnen ständig Böses zu unterstellen („der will dich kontrollieren / provozieren / dominieren…“). Danke dafür!
Kongresstag 5:

So, nochmal ein vollgepacktes Programm bis zum Showdown … Wir schauen noch und schreiben weiter!
Anky Juhasz: Krallenschneiden ohne Stress

Ja, es war auch in Interview mit vielem Wissenswertem über das Krallenschneiden. Allerdings stand ebenfalls im Vordergrund, warum es so wichtig ist, dass die Hunde – bei allen Prozeduren von Gesundheitsfürsorge und Körperpflege – freiwillig mitmachen.
„Hunde, die nein sagen können, sagen öfter ja!“ sagt Anky Juhasz, Tierärztin, Hundetrainerin und Medical Training-Fachfrau und hat damit für ein weiteres Kongress-Lieblingszitat gesorgt. Was das meint: Wenn die Hunde wissen, dass sie beim Üben die Chance haben, jederzeit „Stop“ zu sagen bzw. die Situation zu verlassen (und sogar für ihre Entscheidung belohnt werden), dann sind sie erfahrungsgemäß deutlich kooperativer, gelassener, entspannter und halten letztendlich auch länger durch..
Und was, wenn es mal „Ernst“ ist – zum Beispiel bei einer dringend notwendigen tierärztlichen Behandlung, für die noch nicht trainiert werden konnte, die aber jetzt in diesem Moment sein muss? Anky Juhasz meint: Wenn der Kontext ein anderer ist als das gewohnte Training, macht das nichts kaputt. Und: Wenn wir durch unser Training vorher bereits ein ordentliches Vertrauenskonto aufgebaut haben, dann können wir quasi davon abbuchen. Wichtig ist jedoch immer – ob im Training oder im „Ernstfall“: Vorhersehbar bleiben! Die Hunde nicht mit Übergriffen überraschen (zum Beispiel die Krallenschere an den schlafenden Hund ansetzen), sondern jede Manipulation vorher ankündigen (z.B. durch ein Wort wie „Pieksen“ vor einer Spritze oder „Anfassen“ für eine Körperberührung).
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