

Rund um Spiele, bei der die Supernase unserer Vierbeiner im Vordergrund steht, drehte sich die erste Aktion unseres Spielefiebers. Mit unserer "Aktion Schnüffelnase" hoffen wir, Sie so richtig für die sogenannte "Nasenarbeit" begeistern zu können!
Kommen
Sie mit auf eine Reise in die Welt der Gerüche - in die Welt unserer Hunde!
Bestaunen Sie, zu welchen Höchstleistungen die Hundenase fähig ist.
Probieren Sie das eine oder andere Schnüffel-Experiment aus. Wir möchten Ihnen Lust auf mehr machen und stellen Ihnen Bücher vor, die Ihnen Anleitung für jede Menge Spiele-Spaß rund um die Nasenarbeit geben.

WIllkommen in der WElt der Düfte:
Nasenarbeit als spassbringende und artgerechte beschäftigung
Hunde erkunden ihre Welt größtenteils mit der Nase. Und dass unsere Hunde uns mit ihrem Riechorgan haushoch überlegen sind, weiß wohl jeder Hundehalter aus dem Zusammenleben mit seinem Vierbeiner zu bestätigen. Um das ganze einmal zu veranschaulichen:
Ein geübter Hund kann zwei Sandkörner auf
einem 500 Meter langen,
50 Meter breiten und 50 Zentimeter tiefen Sandstrand wiederfinden.
(Anne Lill Kvam, norwegische Nasenarbeitsspezialistin,
in ihrem Buch "Spurensuche", animal learn-Verlag 2005)
Fast unvorstellbar, oder? Und nicht nur die
vierbeinigen Schnüffelprofis, die uns Menschen als Sprengstoff- oder
Drogensuchhunde oder beim Aufspüren vermisster Personen unschätzbare Dienste
leisten, sondern auch jeder ganz normale Familienhund ist ein Naturtalent in der
Welt der Gerüche und kann zeigen, zu welch beeindruckenden Leistungen die
Hundenase fähig ist. "Nasenarbeit" heißt der Oberbegriff für all jene
Beschäftigungsmöglichkeiten, bei denen das hochentwickelte Riechorgan unserer
Vierbeiner zum Einsatz kommt und die in jüngster Zeit mehr und mehr die
Hundewelt erobern.
Wer mag, kann seinen Hund beispielsweise dazu bringen, nach verlorenen Gegenständen zu suchen. Auch ist es für unsere Vierbeiner überhaupt kein Problem, bei der Spurensuche einer menschlichen Fährte zu folgen und ein verstecktes Familienmitglied auf dem Sonntags-Spaziergang aufzustöbern. Und während die Profis unter den Nasenarbeitern auf Drogen oder Sprengstoff spezialisiert sind, kann der Familienhund zum Beispiel zu einem begnadeten Steinpilz-Sucher werden, den Kamillentee unter verschiedenen Teebeuteln erschnüffeln oder aus einem Haufen Stöckchen das mit dem Geruch des Besitzers heraus suchen.
Klingt das nicht spannend? Die gute Nachricht dabei: Nasenarbeit ist überhaupt nicht kompliziert. Die Fähigkeit, feinste Düfte aufzuspüren und voneinander zu unterscheiden, bringen unsere Hunde allesamt bereits mit - diesbezüglich können wir Menschen mit unserem beschränkten Riechvermögen ihnen nun wirklich nichts beibringen. Das einzige, was wir bei der Nasenarbeit tun müssen, ist, unseren Hunden verständlich zu machen, WONACH sie suchen sollen.
Übrigens - Nasenarbeit ist nicht nur eine tolle, artgerechte Beschäftigung, die allen Hunden Spaß macht und uns Menschen staunen lässt, sondern sie besitzt auch viele weitere positive Nebeneffekte: Der Einsatz der Nase gibt dem Hundehirn etwas zu tun und fördert das konzentrierte Arbeiten. Nasenarbeit lastet den Hund aus, ohne ihn zu sehr "aufzuputschen". Gerade, aber nicht nur, für die Vertreter der Jagdhunde-Rassen unter den Familien-Hunden, denen das Schnüffeln ganz besonders im Blut liegt, ist die Nasenarbeit eine wertvolle Ersatzbeschäftigung. Sie ist ein Garant für zufriedene, ausgeglichene Hunde. Grundsätzlich gilt: Jeder Hund - ob Chihuahua oder Sennenhund, ob Welpe oder Hunde-Opa, kann mitmachen und ist ein geborener Schnüffel-Experte!

"Schnüffelexperimente": NasenSPIELE ZUM MIT- und Nachmachen
Wenn Sie unser Spielebuch gelesen haben, kennen Sie wahrscheinlich schon das eine oder andere Leckerchen-Suchspiel: Die Suche nach Futter in den verschiedensten Variationen und Schwierigkeitsgraden ist eine einfach umzusetzende und spaßbringende Art der Nasenarbeit, die so gut wie ohne Training problemlos in den ganz normalen Alltag eingebaut werden kann. Die Hunde profitieren davon! Aber Sie können noch viel mehr machen: Wir stellen Ihnen in unserer "Aktion Schnüffelnase" drei Nasen-Spiele vor, bei denen Ihr Hund so richtig zeigen kann, was in seiner Supernase steckt.
Abenteuer Spurensuche
Die Spurensuche gehört wohl zu den für uns Menschen faszinierendsten Einsatzbereichen der Hundenase. Wohl kaum jemand, der nicht schon einmal einen Film gesehen hat, in dem ein Kommissar Rex oder eine Lassie schnüffelnd der Fährte eines flüchtigen Verbrechers oder eines vermissten Menschen folgte. Die gute Nachricht: Das kann Ihr Hund auch - und er tut es wahrscheinlich tagtäglich bereits: zum Beispiel, wenn er beim Spaziergang deutlich sichtbar auf der Spur eines Hundefreundes oder der Nachbarskatze läuft oder im Wald eine Wildfährte entdeckt hat.
Dass
die Fährtenarbeit für viele Hundebesitzer nach wie vor als
"Geheimwissenschaft" und äußerst schwer zu lernen gilt, liegt sicherlich vor
allem daran, dass wir Menschen mit unserem beschränkten Riechorgan echte
Fremdlinge in der Welt der Düfte sind und meist kaum nachvollziehen können, was
unsere Vierbeiner gerade in der Nase haben. Nicht zuletzt darauf ist vermutlich
auch zurück zu führen, wie die Fährtenarbeit als sportliche Disziplin, z.B. im
Gebrauchshundesport, meist trainiert wird: Dort wird Wert darauf gelegt, dass
der Hund mit der Nase am Boden Tritt für Tritt und auf exaktem Wege einer
Menschenspur folgt. Für den Hund ist das eigentlich unnatürlich - denn sein
"Normalverhalten" bei der Spurensuche würde anders aussehen: Er würde häufig mit
erhobener Nase in den Wind wittern (denn Gerüche hängen teilweise wie Duftwolken
in der Luft und befinden sich nicht nur am Boden), er würde auch mit den Augen
die Umgebung absuchen und er würde auf dem schnellsten und effektivsten Weg zum
Ziel den ein oder anderen Winkel abkürzen, wenn ihm der Duft der gesuchten
Person bereits den Weg weist. Während Ihr Hund und Sie das - für den Hund
"unnatürliche" - Suchverhalten für die Fährtenarbeit als Hundesport-Disziplin
tasächlich also erst von Grund auf einüben müssten, können Sie bei der ergebnisorientierten
Spurensuche gleich loslegen und sich über schnelle Erfolge freuen!
Bereits im Spielebuch finden Sie einen Blitzeinstieg in das Verfolgen von Spuren. Auch, wenn wir weder uns wiederholen noch Sie langweilen möchten, gibt's an dieser Stelle noch einmal eine kleine Anleitung zu einem einfachen Fährten-Experiment. Wir hoffen, Sie damit infizieren zu können: Sie MÜSSEN die Spurensuche mit Ihrem Hund einfach ausprobieren: Er wird sie lieben, und Sie werden staunen - ganz bestimmt! Übrigens sind wir selbst weit davon entfernt, altgediente Experten in Sachen Fährtenarbeit zu sein. Wir haben uns von Trainern wie Anne Lill Kvam oder Viviane Theby inspirieren lassen, haben ungläubig einfach losgelegt und ausprobiert - und waren verblüfft und begeistert, wie gut es funktionierte!
Also los - überraschen Sie Ihren Hund doch einmal mit folgendem Spiel:
Sie brauchen:
einen netten Helfer, den Ihr Hund gerne mag
für Ihren Hund ein Brustgeschirr und eine lange Leine (idealerweise eine 7-10 Meter lange Schlepp- oder Feldleine)
eine etwa zwei Meter lange Schnur, an der etwas ganz besonders Leckeres befestigt wird, z.B. ein Würstchen
ein wenig lichten Wald als Übungsgelände
Und so geht's:
Sie halten den Hund, Ihr Helfer die Schnur mit der Wurst.
Ihr Helfer zeigt Ihrem Hund die Wurst und macht ihm so richtig Appetit.
Vor den Augen des angeleinten Hundes geht Ihr Helfer nun geradewegs in den Wald hinein und schleppt dabei die Wurst hinter sich über den Boden.
Nach 10 Schritten geradeaus hebt Ihr Helfer die Wurst hoch - sie schleift ab jetzt nicht mehr über den Boden.
Nach insgesamt 30 Schritten geradeaus biegt der Helfer nach rechts oder links ab, läuft weitere 20 Schritte und versteckt sich dann am Ende der Fährte hinter einem Busch oder Baum.
Sie und Ihr Hund haben währenddessen am Start gewartet. Ganz bestimmt wünscht sich Ihr Hund nichts sehnlicher, als dem netten Wurstträger zu folgen. Sprechen Sie während des Wartens nicht zu ihrem Hund - das würde ihn nur ablenken. Sobald Sie denken, dass Ihr Helfer am Ziel angekommen ist, lassen Sie die Leine locker und folgen Ihrem Hund, der mit Sicherheit sofort losmarschiert. Halten Sie dabei die Leine so, dass Ihr Hund etwa 3 m vor Ihnen läuft - der Rest der Leine schleift hinter Ihnen über den Boden.
Lassen Sie Ihren Hund einfach machen. Sagen Sie nichts. Sie werden sehen: Mit Sicherheit wird er von sich aus all seine Sinne einsetzen, um Ihren Helfer und seine Wurst zu finden - und dabei automatisch auch der Spur folgen!
Ihr Hund ist am Ziel angekommen? Dann gibt's eine kleine Willkommensparty mit einem Wurst-Festmenü für den erfolgreichen Spurenprofi!

Klar, dass es - wie bei jedem Spiel - immer mal passieren kann, dass nicht alles auf Anhieb klappt, wie geplant:
Ihr Hund rennt begeistert los, ist dann aber komplett auf dem Holzweg? Bleiben Sie einfach ruhig stehen, halten Sie vorsichtig die Leine und sagen Sie nichts (Ein "nein" z.B. könnte Ihr Hund unter Umständen als Verbot der Spurensuche interpretieren!). Vielleicht findet Ihr Hund den richtigen Weg. Wenn nicht, starten Sie - auf noch "unberührtem" Gelände - einfach einen neuen Versuch.
Ihr Hund läuft nur ein kurzes Stück auf der Spur und rennt dann querfeldein, um den Winkel abzukürzen und auf direktem Wege zu Ihrem Helfer zu flitzen? Kluger Hund! Ihm hat der Wind den Duft von Helfer und Wurst wahrscheinlich schon in die Nase wehen lassen und er erreicht mit erhobener Nase auf kürzestem Wege sein Ziel. Das ist in jedem Fall eine Belohnung wert - und Sie achten beim nächsten Mal einfach darauf, dass Sie den Wind im Rücken haben.
Ihr Hund weiß so gar nicht recht, was er tun soll und steht ratlos da? Für manche Hunde ist das selbständige Arbeiten zunächst mal ungewohnt. Sie können Ihrem Vierbeiner helfen, indem Ihr Helfer nur ein ganz kleines Stück weggeht, hinter einem Strauch oder um eine Ecke verschwindet und Ihr Hund ihm sofort folgen darf. Das kann man auch prima auf einem Spazierweg spielen, wenn Ihr Begleiter einfach ein Stück vorläuft und sich dann in die Büsche schlägt. Vielleicht motiviert es Ihren Hund auch ganz besonders, wenn Ihr Helfer die Wurst die ganze Strecke lang hinter sich her zieht.
Und: Wie war's? Wir hoffen, Sie haben die ersten Erfolg feiern können. Wenn Sie Lust haben, mehr über die Spurensuche zu erfahren, schauen Sie doch einmal nach unseren Büchertipps am Ende der Seite. "Spurensuche" von Anne Lill Kvam und "Schnüffelstunde" von Viviane Theby sind hier genau die richtige Lektüre für Sie.
Auf der Suche nach dem verlorenen Handschuh
Jeder Hund kann auf einfache Art und Weise lernen, nach einem bestimmten Gegenstand zu suchen - auch, wenn er sich eigentlich gar nicht für Objekte interessiert. So können Sie zum Beispiel dabei vorgehen:
Sie brauchen:
einen Gegenstand, den Ihr Hund suchen soll, z.B. einen Handschuh oder ein Schlüsselbund
besonders gute Leckerchen, die Ihren Hund richtig motivieren
wenn Ihr Hund noch nicht zuverlässig "Bleib" machen kann, während Sie die Spiele vorbereiten, einen netten Helfer, der den Hund vorsichtig festhält
Und dies sind die Übungsschritte (die Sie natürlich nicht alle in einer einzigen Trainingseinheit absolvieren - lassen Sie sich ruhig Zeit dafür!):
Schritt 1: Hund lernt, nach Ihrem Gegenstand Ausschau zu halten - weil dort auch immer Leckerchen liegen!
Zeigen Sie Ihrem Hund,
dass Sie einen tollen Leckerbissen in der Hand haben. Ganz demonstrativ
legen Sie ihn auf den Boden - und bedecken ihn fast mit Ihrem "Suchobjekt".
Jetzt darf Ihr Hund los: Mit Sicherheit wird er begeistert zum Gegenstand laufen und dort das Leckerchen fressen.
Wiederholen Sie das ein paar Mal. Nach wie vor darf Ihr Hund zugucken, wie Sie den Gegenstand (immer noch mit dem Leckerchen darunter) in ganz einfachen "Verstecken" verbergen.
Führen Sie nach ein paar erfolgreichen Versuchen ein Signal ein, z.B. "Such Handschuh (oder Schlüssel oder ...)". Sagen Sie es unmittelbar, bevor Ihr Hund losläuft.
Schritt 2: Hund sucht den Gegenstand - und die Leckerchen kommen von Ihnen!
Jetzt kommt der spannende Moment: Sie "verstecken" unter den Augen des Hundes nun wieder das Objekt - lassen diesmal jedoch, ohne dass der Hund es merkt, den Leckerbissen weg.
Schicken Sie Ihren Hund wieder mit Ihrem Signal auf die Suche. Bestimmt wird er genau so motiviert zum Gegenstand laufen wie vorher.
Jetzt müssen Sie schnell sein: Sobald Ihr Hund am Gegenstand angekommen ist, loben Sie ihn begeistert und verabreichen blitzschnell an Ort und Stelle eine besonders attraktive Belohnung. Am besten, Sie markieren den Moment, in dem Ihr Hund den Gegenstand erreicht, mit dem Clicker oder einem "Markerwort" (ein ganz markantes Lobwort, z.B. ein "Yip" oder ein "Yes", das für Ihren Hund immer einen Leckerbissen ankündigt, wenn Sie es sagen) - so kommt die Information für Ihren Hund am klarsten rüber.
Wiederholen Sie das ein paar Mal. Legt Ihr Hund sich immer noch richtig ins Zeug, den Gegenstand aufzustöbern? Prima, dann haben Sie Ihr Ziel schon erreicht.
Für alle die mehr möchten - Schritt 3: Ein Anzeigeverhalten wird eingeübt
Wenn Sie Lust haben, können Sie nun beginnen, ein sogenanntes "Anzeigeverhalten" herauszuarbeiten: ein Verhalten, mit dem Ihnen Ihr Hund deutlich zeigt, dass er sein Suchobjekt gefunden hat. Das ist sehr praktisch, wenn Ihr Hund zum Beispiel einmal auf einer Wiese nach einem weggeworfenen Gegenstand suchen soll (Sie möchten schließlich erkennen, wenn er ihn gefunden hat) oder aber sein Suchobjekt unter mehreren verschiedenen Gegenständen herausfinden soll.
Die meisten Hunde zeigen bereits von sich aus ein Anzeigeverhalten, wenn sie "ihren" Gegenstand erreichen Beobachten Sie Ihren Hund dabei ganz genau. Bestimmt verändert sich seine Körperhaltung ein wenig; vielleicht schnüffelt er intensiver, vielleicht wedelt er ganz schnell mit dem Schwanz, vielleicht scharrt er kurz mit der Pfote am Gegenstand oder nimmt ihn sogar in die Schnauze. Prima: Das alles kann das persönliche Anzeigeverhalten Ihres Hundes sein, das Sie von jetzt an mit Ihrem Markerwort oder Clicker "markieren" und dann schnell mit einem Leckerbissen belohnen, wenn Ihr Hund es beim Finden des Gegenstandes zeigt.
Das Anzeigeverhalten Ihres persönlichen Vierbeiners ist Ihnen nicht deutlich genug? Dann experimentieren Sie ein wenig: Zögern Sie Markerwort oder Click ein wenig heraus, wenn Ihr Hund den Gegenstand erreicht. Sehr wahrscheinlich, dass Ihr Hund sich daraufhin noch nachdrücklicher dem Gegenstand zuwendet ("Ja hallo, siehst du denn nicht?! ICH HAB IHN GEFUNDEN!!! Hiiier ist er!") und sich möglicherweise noch mehr einfallen lässt, um auf ihn hinzuweisen. Vielleicht scharrt er plötzlich intensiv mit der Pfote? Vielleicht stupst er ihn ganz nachdrücklich an? Prima - dafür gibt's gleich Markerwort oder Click und die Belohnung. Bestimmt wird Ihr pfiffiger Vierbeiner Ihnen dieses Verhalten beim nächsten Mal wieder anbieten.




Sie und Ihr Vierbeiner haben Spaß an der Übung bekommen? Dann können Sie allmählich die Schwierigkeitsgrade erhöhen:
Täuschen Sie Ihrem wartenden Hund mehrere Verstecke an - er weiß nicht, in welchem Versteck Sie seinen Gegenstand abgelegt haben.
Lassen Sie Ihren Hund außer Sicht warten, während Sie den Gegenstand verstecken.
Verstecken Sie den Gegenstand, noch bevor Ihr Hund überhaupt eine Ahnung hat, dass gleich ein Suchspiel angesagt ist. Probieren Sie, ob er auf Ihr Signal hin auch ganz unvorbereitet mit der Suche beginnt.
Wechseln Sie die Such-Orte.
Legen Sie verschiedene Gegenstände nebeneinander und schauen Sie, ob Ihr Hund es schafft, Ihren Gegenstand herauszusuchen.
Vielleicht haben Sie Lust, Ihren Hund noch weitere Gegenstände suchen zu lassen? Die Suche nach den einzelnen Gegenständen bauen Sie genau so auf wie die nach Ihrem ersten Übungsobjekt und durchlaufen Schritt für Schritt die einzelnen Übungsteile. Führen Sie jeweils unterschiedliche Signale für die einzelnen Gegenstände ein, z.B. "Such Socke" oder "Such Teddy" oder ...




Sie wollen die Gegenstandsuche weiter ausbauen und perfektionieren? Das Buch "Spurensuche" von Anne Lill Kvam enthält ganz besonders viele Tipps zur Suche nach Objekten.
Geruchsmemory
Haben Sie Lust, mit Ihrem Hund ein wenig Memory zu spielen? Geruchsmemory? Sie lassen den Hund dabei an einem "Musterduft" schnüffeln, und Ihr Hund sucht Ihnen dann genau diesen Duft aus einer Auswahl von Düften heraus. Für Ihren Hund ist das ganz einfach - denn Düfte erkennt er sowieso und kann sie gut auseinanderhalten. Das einzige, was Sie tun müssen, ist, ihm das Spiel zu erklären. Wir stellen Ihnen einen Weg vor, der bei uns gut funktioniert hat. Ihre Grundausstattung dafür besteht aus drei umgedrehten, standfesten Ton-Blumentöpfen (mit Abfluss-Löchern im Boden). Außerdem ist, wenn Ihr Hund das "Bleib" noch nicht so gut kann, ein netter menschlicher Assistent praktisch, der den ungeduldigen Vierbeiner vorsichtig festhält. So können Sie in aller Ruhe die einzelnen Spiel-Runden vorbereiten.
Phase 1: Hund lernt, die Belohnung unter dem richtigen Topf aufzuspüren und anzuzeigen
Die drei umgedrehten Blumentöpfe stehen nebeneinander.
Unter einem wird - unter den Augen des wartenden Hundes - etwas ganz Leckeres und besonders gut und intensiv Duftendes deponiert. Sehr praktisch ist hier z.B. ein Becher voller Fleischwurst-Stückchen.
Jetzt darf Ihr Hund ran. Wahrscheinlich wird er sofort intensiv an den Löchern schnuppern und versuchen, die Leckerchen aufzustöbern.
Schnuppert er am richtigen Loch, markieren Sie das sofort mit einem Markerwort (ein kurzes und prägnantes Lobwort, z.B. ein "Yip" oder ein "Yes", das für Ihren Hund immer einen Leckerbissen ankündigt, wenn Sie es sagen) oder dem Clicker und belohnen Ihren Hund durch das schnelle Hochheben des Topfes - die Belohnung wartet ja darunter schon auf ihn.
Wiederholen Sie das einige Male und verstecken Sie das Leckerchen dabei unter verschiedenen Töpfen. Sie können die Töpfe dabei auch wie bei einem Hütchenspiel hin- und herschieben, so dass Ihr Hund nicht genau sehen kann, wo sich das Leckerchen verbirgt.
Beobachten Sie Ihren Hund: Mit Sicherheit können Sie es an seiner Körpersprache erkennen, wenn er am richtigen Topf riecht und ihm der unglaublich verlockende Futter-Duft in die Nase steigt. Vielleicht schnüffelt er viel intensiver, der Schwanz wedelt schneller oder er scharrt mit der Pfote am Topf? Dann haben Sie gleich schon ein Anzeigeverhalten, mit dem Ihnen Ihr Hund zeigt, dass er den Duft gefunden hat. Das ist für später ganz wichtig! Wenn Ihnen das Anzeigeverhalten Ihres Hund nicht deutlich genug ist, können Sie auch ein wenig experimentieren: Zögern Sie Markerwort oder Click ein wenig heraus, wenn Ihr Hund am richtigen Loch schnüffelt. Sehr wahrscheinlich, dass Ihr Hund daraufhin weitere Versuche unternimmt, an das Leckerchen zu kommen. Viele Vierbeiner setzen dann ihre Pfoten ein und beginnen zu scharren. Genau auf so eine Reaktion haben Sie gewartet - und dafür gibt's gleich Markerwort oder Click und einen hochgehobenen Topf.
Sie meinen, Ihr Hund hat diese Phase des Spiels verstanden? Er erschnüffelt zuverlässig den Topf mit dem Futter drunter und zeigt daran ein "Anzeigeverhalten"? Prima, dann können Sie weiter gehen zu Phase 2.


Phase 2: Hund lernt, dass ihm der Geruchsstoff, nach dem er suchen soll, vorher erst gezeigt wird
Sie gehen vor wie in Phase 1 - bloß brauchen Sie nun zusätzlich ein "Geruchsmuster" Ihres besonders gut duftenden Leckerchens, zum Beispiel einen zweiten Becher Fleischwurst. Praktisch ist es, das Geruchsmuster in einen kleinen Frischhaltebeutel zu füllen - so können Sie es gut vor räuberischen Attacken Ihres Vierbeiners schützen (einfach nur eine kleine Schnüffel-Öffnung offen lassen), der Duft konzentriert sich in der Tüte und vermischt sich nicht so stark mit dem Geruch Ihrer Hände. Das ist vor allen Dingen für später sehr praktisch, wenn Sie mit feineren Duft-Nuancen arbeiten.
Verstauen Sie Ihr Super-Leckerchen zunächst unter einem Blumentopf. Dann nehmen Sie Ihr Geruchsmuster (bestehend aus den gleichen Super-Leckerchen wie unter dem Topf) und machen Ihren wartenden Hund mit etwas Brimborium (damit er zunächst mal etwas von den verlockenden Töpfen abgelenkt wird, die er mit Sicherheit schon im Auge hat) darauf aufmerksam. Bestimmt wird am verlockenden Duft in der Tüte schnüffeln.
Auf diesem Wege führen Sie Ihr "Schnüfffel-Ritual" für das Geruchsmemory ein: Während Ihr Hund an der Tüte riecht, sagen Sie zum Beispiel "Riech" (oder ein beliebiges Signal Ihrer Wahl), nehmen dann Ihr Geruchsmuster wieder weg und geleiten Ihren Hund sofort mit einem weiteren Signal, z.B. "Zeigs" zu den Töpfen.
Ganz bestimmt weiß Ihr Hund - an den Töpfen angekommen - sofort, was zu tun ist, schnüffelt....und zeigt an. Super! Wie immer markieren Sie sein Anzeigeverhalten und heben sofort den Topf hoch, um ihn schlemmen zu lassen.
Wiederholen Sie den Ablauf "Riech" und "Zeigs" ein paar Mal.
Experimentieren Sie auch mit anderen (für Ihren Hund attraktiven) Arten von Futter, die Ihr Hund erschnüffeln soll.
Phase 3: Hund lernt, dass nach dem Riechen und Anzeigen die Belohnung von außen kommt!
Sie erinnern sich? Das "Endziel" beim Geruchsmemory ist, dass der Hund einen beliebigen Geruchsstoff anzeigt, den wir ihm vorher zum Riechen geben - auch wenn er ihn nicht unbedingt zum Fressen gern hat (wer hätte z.B. Appetit auf einen Kamillentee-Beutel ;-)). Dafür wird er dann von uns mit einem Leckerchen belohnt. Kommen wir diesem Ziel wieder ein Stückchen näher!
Wir brauchen diesmal zwei Sorten von Leckerchen: Für das "Memory" eine Art von Futter, für die sich der Hund noch anstrengt und die auch gut riecht, die aber etwas weniger attraktiv ist als die Super-Belohnung aus Phase 1. Eine absolute Super-Belohnung haben Sie jedoch trotzdem dabei: die sollten Sie später als Überraschung aus Ihrer Tasche hervorzaubern können.
Spielen Sie Ihr Spiel wie in Phase 2: Lassen Sie Ihren Hund an der Geruchmuster-Tüte schnuppen, schicken Sie ihn zu den Töpfen. Wenn er diesmal angezeigt hat, aus welchem Loch der Duft verströmt, markieren Sie wie immer sein Anzeigeverhalten. Jetzt heben Sie jedoch den Topf nicht hoch, sondern holen blitzschnell die Super-Belohnung aus Ihrer Tasche hervor und belohnen Ihren Hund sozusagen von außen!
Übrigens: Es kann ratsam sein, an genau dieser Stelle die Trainingseinheit zu beenden. So kann sich die neue Erfahrung ("Ich zeige die Schnüffelprobe unter dem Topf an und werde dafür mit etwas noch viel Besserem aus Herrchens oder Frauchens Tasche belohnt") im Hundehirn "setzen".
Machen Sie weitere Memory-Durchgänge nach diesem Muster. Auch hier können Sie das zu suchende Futter variieren. Das Belohnungsfutter sollte jedoch unverändert attraktiv sein.
Phase 3: Die Wertigkeit des "Memory-Futters" wird abgebaut
Allmählich reduzieren Sie die Wertigkeit des versteckten Futters: Haben Sie vorher vielleicht das beliebte Trockenfutter des Hundes oder leckere Kau-Streifen erschnüffeln lassen, so gehen Sie allmählich über zu Knäckebrot, einem Stückchen trockenen Hundekeks oder vielleicht einer Apfelschale. Als Belohnung reichen Sie nach wie vor die Super-Leckerchen.
Phase 4: Jetzt wird's spannend - etwas nicht Essbares soll erschnüffelt werden.
Jetzt kommt der spannende Moment: Hat Ihr Hund das Spiel begriffen? Es wird zum ersten Mal etwas "Nicht Essbares" unter einem der Töpfe deponiert und als Geruchsmuster angeboten, z.B. Früchteteebeutel. Achten Sie darauf, nichts zu verwenden, was für die Hundenase zu aggressiv ist, z.B. ätherische Öle. Auch Dinge wie Pfefferminztee oder der Duft einer Zitrone könnten Ihrem Hund den Spaß am Spiel nachhaltig verderben.
Achten Sie ganz besonders darauf, es Ihrem Hund einfach zu machen und geben Sie lieber ein paar Teebeutel mehr in Ihre Geruchsmustertüte oder unter den Blumentopf.
Sie wiederholen Ihr übliches Ritual: "Riech" und "Zeigs" - und.... klappt's???
Herzlichen Glückwunsch ... und willkommen in der Wunderwelt der Duftmemories :-)
Jetzt geht's richtig los:
Sie können nun allmählich die Duftstoffe variieren: Wie wär's mit etwas Tannengrün, mit einem Paar getragener Socken oder verschiedenen Tee-Sorten?
Zeigt Ihr Hund Ihnen die verschiedensten "Geruchsmuster" zuverlässig an, können Sie nach und nach unter den anderen Töpfen weitere - andere - Geruchsstoffe unterbringen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Socken-Memory, bei dem die getragenen Socken der ganzen Familie ins Spiel gebracht werden?!
Sie können die Duftstoffe immer feiner werden lassen: immer kleinere Mengen des Duftstoffes verwenden.
Ganz fantastische und fantasievolle Geruchsmemory-Spiele finden Sie auch in Viviane Thebys und Michaela Hares Buch "Wir schnüffeln weiter" - wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Riech-Ralleye oder einem Geruchs-Memory-Zaubertrick?


Viel besser als jeder Blumentopf: die IntelliDog Scentbox!
Für Geruchsmemory-Spiele aller Art gibt es seit Kurzem ein tolles käufliches Schnüffelsport-Gerät: die IntelliDog Scentbox - entwickelt von Marianne Keuthen, die uns schon häufig mit ihren pfiffigen Spiel-Ideen überrascht hat! Umgeworfene Döschen oder Blumentöpfe, geplünderte Leckerchenbehältnisse und über den Boden verteilte Geruchsproben gehören damit der Vergangenheit an: Die Scentbox ist eine längliche, mit einem Deckel verschließbare Kiste, in der in passenden Aussparungen Becher nebeneinander stehen. Im Deckel, unmittelbar über den Bechern, befinden sich Geruchslöcher. Sie füllen einen oder mehrere Ihrer Duftstoffe in die Becher und verschließen die Kiste. Ihr Hund schnüffelt nach dem Beriechen seines Geruchsmusters die Löcher der Scentbox ab und zeigt den entsprechenden Duft am richtigen Loch an. Die Becher sind spülmaschinenfest und somit schnell wieder zu "neutralisieren". Die Scentbox gibt es als ca. 1,20 m lange Ausführung mit 4 Bechern und Klappdeckel (siehe Bilder oben) und als praktische platzsparende (aber ebenso funktionierende) Klein-Version in 60 cm Länge mit 3 Bechern, die in jedem Regal untergebracht werden kann. Übrigens haben auch Katzen viel Spaß an diesem Spielgerät! Mehr Infos hierzu gibt's auf Marianne Keuthens Webseite www.intellidog.de.
Und noch ein Tipp: Schnüffelkiste Marke Eigenbau
Manchmal ist es verrückt, dass in hunderten, ja tausenden von Kilometern Entfernung und ganz unabhängig voneinander ähnliche Ideen entstehen. Während unserer Aktion Schnüffelnase erreichte uns die Mail von Mike Theis aus Norwegen. Er hat für seine Vierbeiner ebenfalls eine Schnüffelkiste entwickelt: Ein flacher Kasten, an dessen Boden eine Holzleiste festgeschraubt ist. Die Leiste besitzt Vertiefungen, in die kleine Schraubverschlüsse von Limonadenflaschen passen. Diese werden mit Geruchsproben, z.B. verschiedenen Ölen, gefüllt. Der Kasten wird mit einem Maschendrahtdeckel verschlossen. Der Hund kann die Geruchsproben zwar sehen, aber weder verspeisen / trinken noch umwerfen. Mehr darüber auf der überaus lesenswerten (deutschsprachigen) Webseite von Mike und Else Theis www.hundehobby.com (Menüpunkt www.go.to/agility, Link "Kniffe und Tipps" am Ende der Seite) bzw. direkt unter http://heim.ifi.uio.no/~theiss/tipps/luktbox/luktboxt.html.

LUST AUF MEHR? LESESTOFF RUND UM DIE SCHNÜFFELNASE
Wer auf der Suchen nach pfiffigen Schnüffelspielen für den Familienhund ist, der wird seit ein paar Monaten endlich auf dem Hunde-Büchermarkt fündig! Und auch Hundesportler, die die Fährtenarbeit als sportliche Disziplin auf dem Hundeplatz betreiben, können sich über fortschrittlichen Lesespaß freuen, der hundefreundliche Trainingsmethoden in den Vordergrund stellt. Die meisten der Titel können Sie, wenn Sie mögen, durch Anklicken auf Titel oder Cover, direkt bei amazon.de bestellen.-
Schnüffeln querbeet: Rundumschläge durch die Welt der Nasenarbeit
Anne Lill Kvam: Spurensuche (animal learn Verlag 2005, € 19,90)
Vielleicht haben Sie schon einmal von Anne Lill Kvam gehört? Die Norwegerin ist Fachfrau in Sachen Nasenarbeit. Über mehrere Jahre hat sie in Angola Minensuchhunde für eine Hilfsorganisation ausgebildet. Derzeit gibt sie weltweit Seminare und bringt in diesem Rahmen besonders Familienhunden und ihren Menschen die Vorzüge der nasenorientierten Beschäftigung nahe. Gleichzeitig vermittelt sie dabei auf sehr nette Art die Grundlagen eines stressarmen, hundefreundlichen Trainings. Ihr brandneues Buch "Spurensuche" ist ein echter Knüller für alle Menschen und Hunde, die in die Nasenarbeit einsteigen wollen. Ob Sie Ihrem Hund das Absuchen großer Flächen nach verlorenen Gegenständen antrainieren wollen, mit ihm künftig auf Spurensuche gehen möchten, ihn zu einem begeisterten Pilzsucher oder einem Super-Futter-Schnüffler machen wollen: Für alle Bereich der Nasenarbeit finden Sie hier hervorragend nachvollziehbare und gut umsetzbare Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Die "Spurensuche" ist ein Buch, das Sie in ein paar Stunden lesen können, das Ihnen und Ihrem Hund jedoch für Wochen und Monate Spaß und Beschäftigung bietet. Dabei ist es äußerst lesefreundlich gestaltet, gut strukturiert und mit vielen Bildern versehen - also auch eine Empfehlung für Lesemuffel :-) "Spurensuche" ist unser Tipp zum Einstieg in die Nasenarbeit!
Hier noch ein paar Tipps für alle, die das Buch schon haben: Hunde, die sich nicht für Spielzeuge und Ähnliches interessieren, brauchen nicht auf die im Kapitel "Die Suche nach Gegenständen - ein Versteckspiel" beschriebene Objektsuche verzichten. Sie können statt dessen den Anleitungen im Kapitel "Die Suche nach Ihren Gegenständen - verlorene Autoschlüssel wiederfinden" folgen. Außerdem wird in ein paar der Nasenarbeits-Bereiche vorausgesetzt, dass der Hund bereits apportieren kann oder es parallel zur Übung lernt. Wie man es ausbauen kann, dass der Hund einen Gegenstand in den Fang nimmt, wird auf S. 76/77 beschrieben - oder, sofern Sie mit dem Clicker trainieren, Sie schauen einfach in unserer spass-mit-hund-Clicker-Welt, Punkt "Aufgaben für Service-Dogs" nach.
Viviane Theby: Schnüffelstunde
(Kynos Verlag 2003, € 9,90)
Auch Viviane Thebys Buch ist ein schönes Nasen-Spiele-Buch, das sich grundsätzlich auch für Einsteiger eignet. Schwerpunkt des Buches ist die Spurensuche. Vivane Theby und Anne Lill Kvam arbeiten auf ähnliche Art und Weise - deshalb ist das Buch eine gute Ergänzung für alle, die durch Anne Lill Kvams "Spurensuche" so richtig auf den Fährten-Geschmack gekommen sind. Viviane Theby gibt - ergänzend zu einem umfassenden Grundlagenteil - tolle Anregungen für weiterführende Fährtenspiele. Wie wär's denn z.B. mit der Suche in der Stadt, bei der sowohl der Fährtenleger als auch später das Hund-Mensch-Team mal eine Station mit U-Bahn oder Bus fahren oder bei der der Hund anhand eines Glases im Biergartens die Spur eines Gastes aufnimmt? Ferner enthält das Buch Tipps für pfiffige Geruchsunterscheidungsspiele mit Bierdeckeln und einem ausführlichen Kapitel zum Thema "Anzeigeverhalten".
Viviane Theby
& Michaela Hares: Wir schnüffeln weiter
(Kynos Verlag 2004, € 9,90)
Eigentlich ist Viviane Thebys zweites Schnüffelbuch der Nachfolgeband der "Schnüffelstunde". Das Schöne an "Wir schnüffeln weiter" ist, dass es im Grunde ganz unabhängig von der "Schnüffelstunde" les- und spielbar ist, eigentlich sogar noch mehr "Basics" enthält und gerade auch Nasenarbeits-Neulingen jede Menge tolle Anregungen bietet. "Wir schnüffeln weiter" legt seinen Schwerpunkt auf fantasievolle, originelle Nasenspiele - viele davon drehen sich um die Geruchsunterscheidung: Wer Lust hat auf eine Riech-Ralley, ein Schuh-Memory, eine Schnüffelstrecke, den ein oder anderen Zaubertrick, eine Vanille-Spur, Geruchskommandos, ein Personensuchspiel und Vieles mehr, der sollte sich dieses Gute-Laune-Buch nicht entgehen lassen.
Schnüffeln spezial: "Nasendiszizplinen" vertieft
Christiane
Liebeck: Mantrailing (Cadmos
Verlag 2006, € 22,90)
Als "Mantrailing" bezeichnet man das Folgen des Individualgeruchs eines Menschen - ähnlich, wie auch Anne Lill Kvam und Viviane Theby die ergebnisorientierte Spurensuche in ihren Büchern vorstellen. Christiane Liebeck vermittelt in ihrem Buch Grundlagenwissen für alle Hundebesitzer, die Spaß daran haben, in diese faszinierende Disziplin der Nasenarbeit einzusteigen - und das beileibe nicht nur für den "Ernstfall" (z.B. im Rahmen der Rettungshundearbeit), sondern auch schlicht und einfach "just for fun", als erfüllendes Hobby für den ganz normalen Familienhund. Begleitet von vielen Hintergrundinformationen rund um die Welt der Gerüche und die Fähigkeiten der Hundenase enthält das Buch eine für Einsteiger überwiegend gut nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Trainingsanleitung. Einzig dann, wenn es um "Korrekturen" geht, wenn der Hund mal von der Spur abkommt, blieben aus unserer Sicht einige Fragen offen. Wir finden da Anne Lill Kvams Strategie am eindeutigsten: Kommentarlos schauen, ob der Hund von selbst wieder auf den rechten Weg findet, ansonsten nach dem Motto "neues Spiel, neues Glück" einfach eine neue Spur in Angriff nehmen. Besonders interessant: das Kapitel "Was sagt uns der Hund auf dem Trail", indem es darum geht, Ausdrucksverhalten und Körpersprache des Hundes bei der Suche lesen zu lernen. "Mantrailing" ist mit seinem Preis von 22,90 € bei lediglich 96 großzügig bebilderten Seiten kein preiswertes Buch - aber durchaus lesenswert für alle, die sich für die Spurensuche als Hobby für ihren Hund interessieren.

Anders Hallgren: Rauchalarm Training für Ihren Hund (Verlag Buddies Hundeschule 2003, ISBN 3-9808884-0-1, € 10,95)
"Rauchalarm Training für Ihren Hund" behandelt eine Spezialdisziplin der Nasenarbeit, in der das Riechorgan des Hundes Leben retten kann: Hunde haben eine natürliche Neigung, auf Rauch und Feuer zu reagieren und nehmen Brandgerüche vor allen Dingen auch früher wahr, als das jeder Rauchmelder tun würde. Durch ein entsprechendes Training auf Basis von Spiel oder Futterbelohnung können Hunde deshalb dazu gebracht werden, bei der Wahrnehmung von Rauch zu ihrem Besitzer zu laufen und ihn z.B. durch lautes Gebell auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Eine gleichermaßen Spaß bringende wie nützliche Herausforderung und Beschäftigung auch für Familienhunde und ihre Menschen, die in dem kleinen, 38 Seiten umfassenden Büchlein gut nachvollziehbar und zerlegt in ihre einzelnen Übungsschritte erklärt wird. Direkt bestellbar bei www.buddies-hundeschule.de.
Spezialdisziplin Fährtenhundprüfung
Die folgenden beiden Bücher richten sich vor allem an Hund-Mensch-Teams, die prüfungsorientierte Fährtenarbeit betreiben, zum Beispiel im Rahmen der Gebrauchshunde-Ausbildung. Das Training orientiert sich an den Anforderungen der Prüfungsordnungen, die in aller Regel verlangen, dass der Hund mit tiefer Nase die Trittspur des Fährtenlegers Schritt für Schritt exakt abarbeitet, anstelle – wie er das von Natur aus tun würde – ergebnisorientiert unter Einsatz all seiner Sinne die Verfolgung einer menschlichen Spur aufzunehmen.
Werner Biereth: Fährtenarbeit - Spurensuche mit dem Hund
(Cadmos Verlag 2003,
€ 10,95)
Werner Biereth beschreibt
in seinem Buch, wie man die prüfungsorientierte Art der Fährtenarbeit einüben
kann. Gerade hinsichtlich der verwendeten Trainingsmethoden ist das Buch
erfreulich fortschrittlich und leitet als Voraussetzung für ein erfolgreiches
Training zu einem gewaltfreien und verständnisvollen Umgang mit dem Vierbeiner
an. Ein Buch speziell für Hundesportler, in dem sicherlich nicht nur
Neueinsteiger, sondern auch "alte Hasen" Anregungen finden.
Dorothee Schneider / Armin Hölzle: Fährtentraining für Hunde
(Kosmos Verlag 2005,
€ 12,90)
In diesem Buch steht ebenfalls die sportlich-perfekte Fährtensuche im Vordergrund, in der das "Suchbild" eines linear und Schritt für Schritt der menschlichen Trittspur folgenden Hundes eingeübt wird. Schritt für Schritt wird dabei zunächst das Training zum Verfolgen einer Fährte aufgebaut - auf verschiedenen Untergründen, mit Verleitungen, mit Richtungswechseln, von verschiedenem Alter und verschiedener Länge. Danach wird genau so systematisch, unter Einsatz des Clickers, die Gegenstandsanzeige erarbeitet. "Fährtentraining für Hunde" enthält darüber hinaus viele Hintergrundinformationen darüber, wie der Hund das Gelernte am Besten umsetzt und warum Korrekturen und Bestrafungen des Hundes in einem guten Training kontraproduktiv sind.
Beschäftigung mit Dummy-Training
Sie haben bislang gedacht, Dummy-Training bestehe hauptsächlich darin, dass bringfreudige Retriever am laufenden Band weggeworfene Apportiergegenstände zu ihren Besitzern zurücktragen - und Hunde, die das nicht so gerne machen, gucken in die Röhre? So ähnlich hatten wir uns das auch vorgestellt - bis wir unsere Nasen einmal tiefer in die Materie gesteckt haben. Was wir entdeckten, gefiel uns!
Zunächst kurz zum Hintergrund: Die Arbeit mit "Dummys" stammt ursprünglich aus dem jagdlichen Bereich. "Dummys" sind gefüllte Säckchen, die Enten-Attrappen darstellen sollen. Apportierhunde wurden und werden an ihnen ausgebildet, um dem Jäger geschossenes Wild in vielen verschiedenen Situationen zu apportieren. Daraus ergeben sich viele interessante Trainingsaufgaben - die Säulen des Dummy-Trainings:
das Apportieren von Gegenständen
(ursprünglicher Hintergrund: geschossenes Wild soll auf direktem Wege,
zügig, über verschiedene Untergründe und Hindernisse unter Ignorieren aller
möglichen Ablenkungen zum Jäger zurückgebracht werden)
das Einweisen (simuliert den Fall,
dass der Jäger den Hund an einen bestimmten Platz schickt, von dem er – aber
nicht der Hund - weiß, dass dort eine Ente gefallen ist. Dazu muss sich der
Hund schicken lassen - geradeaus, nach rechts, nach links. Am Zielort
angekommen, muss er auf Signal die Nase einsetzen, um in seiner
unmittelbaren Umgebung die Ente zu finden und zurückzubringen)
das Markieren (dabei schaut der
Hund zu, wie die Ente bei der Jagd fällt. Er muss sich die Stelle merken -
um dann erst auf Signal des Hundeführers auf direktem Wege hinzulaufen und
die Ente zu apportieren)
die Verlorensuche (simuliert den Fall, dass weder Hund noch Mensch die genaue Stelle gesehen haben, an die die Ente gefallen ist. Dann muss der Hund nach Vorgabe des Jägers ein bestimmtes Gebiet per „Flächensuche“ absuchen und das darin befindliche gefallene Wild zum Jäger bringen).
Tatsächlich war das Dummytraining ursprünglich vor allem den apportierfreudigen Retrievern vorbehalten, die quasi mit dem Dummy in der Schnauze geboren werden und das Apportieren kaum erst erlernen müssen. Die gute Nachricht: Mit einem durchdachten, ausschließlich auf positiver Bestärkung basierenden Übungsaufbau wird Dummy-Training zu einer anspruchsvollen, vergnüglichen Beschäftigung für jeden Hund - selbst für Hunde, die von sich aus weder Spielzeug- noch Apportier-interessiert sind! Und hier sind die Anleitungen dafür:
Viviane
Theby / Lisa Peitz: Dummy-Training Schritt für Schritt
(Kynos-Verlag 2007, € 16,90)
Viviane Thebys Buch ist das Standard-Werk für alle, die das Dummy-Training erlernen möchten - Schritt für Schritt und mit garantiert viel Freude am Training! Jede der vier Säulen des Dummy-Trainings (das Apportieren, das Schicken in verschiedene Richtungen, das Sich-Merken von Fundstellen und die Verlorensuche nach einem Objekt in der Fläche) wird separat trainiert - und wird für sich bereits zur spannenden Beschäftigung!
Imke Niewöhner: DVD Dummytraining - Spaß am Apportieren (drehpunkt Verlag, ca. € 27,00)
Sie möchten im Bild und in Bewegung sehen, wie Dummy-Training in der Praxis aussieht? Dann ist Imke Niewöhners DVD das Richtige für Sie - im Idealfall als Ergänzung zum Theby-Buch. Auch, wenn auf der DVD hauptsächlich Retriever in Aktion zu sehen sind - die Trainingsanleitungen eignen sich auch für "jederhund" - und sind gut durchdacht und "rein positiv" aufgebaut. Es macht viel Spaß, dabei zuzusehen, wie freudig und auf welch hohem Niveau Hunde arbeiten, die ausschließlich Angenehmes im Training erfahren!
HUNdeNASEN in AKTION: Die Schönsten BILDER RUND UM DIE NASENARBEIT
Wir freuen uns über die rege Beteiligung an unserer damaligen Mitmachaktion "Schnüffelnase". Gesucht wurden die originellsten und schönsten Fotos rund um die Hundenase - von der Nase in Großaufnahme bis hin zum Hund in Aktion beim Schnüffelspiel. Klicken Sie hier, um die Ergebnisse zu sehen - und lassen sie sich von unserem bunten Bilderbogen inspirieren.
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Christina Sondermann 2005-2010
Kontakt: christina@spass-mit-hund.de