

vON EINEM, DER AUSZOG,
UM (Socken) AUSZUZIEHEN!
Ein
Bericht von Doris Bergmann
Am 27. April 2002 hatte Border Collie Teo seinen großen Tag. Tausende von Menschen verfolgten vor den Bildschirmen, wie der gelehrige Vierbeiner in der ARD Guinness-Show innerhalb von 2 Minuten 18 Füße von ihren Wollsocken befreite. Doris Bergmann - Frauchen, Coach und Managerin des Jungstars in Personalunion - lässt uns einen Blick hinter die Kulissen von Teos Auftritt werfen. Was im Fernsehen keine 10 Minuten gedauert hat, was das Ergebnis von zwei Tage Einsatz für Teo und Doris.
GUT GEPROBT IST HALB GEWONNEN
Es war ganz schön spannend und aufregend in München. Wir fuhren am Donnerstag, den 25. April 2002, um 5 Uhr in der Früh los. Mittags um 12.30 Uhr sollten wir schon im Studio sein.
Mit auf dem Weg: Die Tipps von Filmtiertrainerin Renate Hiltl. Sie hatte im Vorfeld folgendes empfohlen.
"Ich kann Euch nur den Tipp geben, dass Ihr unbedingt darauf besteht, dass Ihr die Hunde vorher mal im Studio rumschnuppern lassen dürft - und zwar nicht während der offiziellen Proben, sondern ganz in Ruhe so ca. zehn Minuten. Gut wäre dann auch, wenn ein paar Leute klatschen würden, oder ein Tonband eingeblendet wird, damit sich die Hunde an die Atmosphäre gewöhnen können. Besteht auch auf einen rutschfesten Boden."
Noch vor Beginn der offiziellen Proben sind wir entsprechend mit Teo ins Studio gegangen, damit er auf und hinter der Bühne alles beschniefen konnte. Erstaunlicherweise war er ganz ruhig und lief schwanzwedelnd von Kameramann zu Kameramann. Alles und jeder wurde von ihm beschnüffelt.
Eine Redakteurin vom Guiness-Team zeigte uns dann das Acrylglaspodest, auf das Teo steigen sollte, wenn er den Rekord geholt hatte. Obwohl Teo sonst locker auf alles springt, war er nun doch etwas stutzig. Dass das Podest durchsichtig war, irritierte ihn zunächst. Er ging zwar mit den Vorderpfoten hinauf, doch ganz traute er sich nicht gleich. Nach einigem Zureden und einem Leckerchen klappte es dann aber.
Der Einmarsch wird geübt
Das nächste Hindernis war der Steg, über den wir in der Mitte die Bühne betreten sollten. Er war aus Lochblechen gefertigt. Das behagte Teo überhaupt nicht. Erstens war das Blech laut, wenn man darüber lief, und außerdem konnte er mit seinen Krallen in den Löchern hängen bleiben. Da wir nicht wollten, dass Teo ängstlich die Bühne betritt, entschieden wir uns schnell für den rechten Seiteneingang.
Auch die Geräuschkulisse will erprobt sein
Zwischenzeitlich wurde laute Musik eingespielt, doch das störte Teo nicht. Anschließend baten wir alle Anwesenden um einen kräftigen Applaus. Teo beachtete ihn nicht sonderlich, aber wir sollten uns später wundern, wie laut ein Applaus ist, wenn ca. 700 Menschen applaudieren.
Nachdem man uns die Konstruktion gezeigt hatte, auf denen die Hundefreunde, denen Teo später die Socken ausziehen sollte, ihre Füße ablegen konnten, kam Reinhold Beckmann. Auch er wurde von Teo freudig begrüßt. In der Kantine lernte Teo dann noch die Hundefreunde kennen, die bereit waren, für Teo die Füße hin zu halten.

Gut gerüstet für die offizielle Probe!
Dann begann die offizielle Probe. Reinhold Beckmann ließ Teo auf der Bühne Sitz und Platz machen und dann auch noch "Bei Fuß" gehen. Teo machte seine Sache gut. Dann ging es ans Socken Ausziehen. Es klappte prima. Nur der Kameramann mit der Handkamera am Ende der Sitzreihe lenkte ihn ab.
Auf dem Siegerpodest wurde Teo schon mal eine Guinness-Trophäe überreicht, über die er sich, zur Freude aller Anwesenden, sofort hermachte. Von nun an sprang er übrigens jedes Mal freudig auf's Podest.
Ein anstrengender Tag geht zu Neige
Nach der ersten Probe wurden die Termine für den nächsten Tag abgesprochen. Garderobe, Maske, Ton, natürlich alles nur für mich, denn Teo brauchte das alles nicht. Am Abend war dann die Generalprobe, auch hier klappte es prima. Wir waren dann aber froh, dass Feierabend war, denn inzwischen war es schon 22:30 Uhr und wir fuhren alle, einschließlich Teo, hundemüde ins Hotel.
ES WIRD ERNST: DER GROSSE AUFTRITT
Am nächsten Tag, Freitag, den 26. April 2002, hatten wir bis 16:00 Uhr frei. Also fuhren wir nach dem Frühstück in den englischen Garten, damit Teo sich so richtig austoben konnte. Nachdem wir uns mittags in einem Biergarten gestärkt hatten, begaben wir uns nachmittags ins Studio.
Warten auf den Einsatz
Da es am Vortag ziemlich hektisch war, ließen wir unseren Hund zunächst im Auto liegen. Als ich gestylt und verkabelt war und der Beginn der Aufzeichnung näher rückte, holte ich Teo ins Studio. Wir stellten uns an den Rand der Bühne, damit Teo einen "richtigen" Applaus hörte. Das war natürlich etwas Anderes als am Vortag. Teo fing erstmal an zu bellen und zu jaulen. Aber kurze Zeit später hatte er sich schnell an die Geräuschkulisse gewöhnt.
Lampenfieber!
Als dann der Zeitpunkt unseres Auftritts näher kam, begaben wir uns hinter die Bühnenwand, und warteten auf unseren Einsatz. Teo war ganz ruhig, doch ich wurde nun doch ziemlich aufgeregt. Würde alles klappen? Bei den Proben lief Teo immer ohne Leine auf die Bühne, doch nun entschied ich, ihn an der Leine hereinzuführen, denn ich hatte doch Angst, dass ihn der laute Applaus beim Auftritt irritiert und er bellend zum Publikum läuft.
Der große Moment ist da - und Teo in Topform!
Meine Befürchtungen waren überflüssig. Unser Hund war sensationell. Nach nur zwei Proben wusste er genau, wo wir hingehen mussten, und was er zu tun hatte. Nach dem kurzen Talk mit Reinhold Beckmann lief er gleich zu meinen Söhnen. Und wie Ihr im Fernsehen sehen konntet, war er dann nicht mehr zu halten. Zum Glück sind alle Zehen dran geblieben. Leider war er durch die Geräusche und Gespräche doch etwas mehr abgelenkt und so konnte er seinen Heimrekord von 23 Socken in der Show nicht einstellen. Aber ich denke, dass er die Hauptsache gut gemacht hat, nämlich das Publikum zu unterhalten. Ich musste selber lachen, als er die Trophäe entdeckte. Teo lief das Wasser im Maul zusammen, bis ihm Michael Feldmann von Guinness endlich sein Riesenleckerchen überreichte.

EIn ERFOLG AUF DER GANZEN LINIE!
Ich war wirklich stolz auf meinen Hund. Er hatte alles mit Bravour gemeistert und meiner Familie und mir zwei herrliche, aufregende Tage in München verschafft.
Vielen Dank auch an euch von spass-mit-hund.de, denn auch Ihr habt einen Anteil daran, schließlich sind wir über euren Newsletter erst bei Guinness gelandet. Ich möchte auf diesem Weg noch einmal den Damen und Herren vom Münchner Hundeverein danken, leider habe ich die Adresse nicht, hoffe aber, dass sie sich bei mir melden.
Herzliche Grüße
Doris Bergmann
© Doris
Bergmann, Renate Hiltl, Christina Sondermann 2002
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